Freitag, 18. November 2011

Sehenswert

Eine Reportage über "Korean High School", die ziemlich gut die falschen Bildungs- und Schönheitsideale in der Gesellschaft hier widerspiegelt.
Leider kann ich das Video nicht hier hochladen, aber einfach auf den Link klicken!:

http://vimeo.com/26833191

Freitag, 4. November 2011

Der Irrsinn eines geteilten Landes

Besuch der DMZ (Demilitarized Zone), einem 4 Kilometer breitem Landstreifen entlang der Grenze zwischen Nord- und Süd-Korea.

Um eure Geschichtslücken etwas aufzufüllen, hier eine kurze Zusammenfassung des geschichtlichen Hintergrunds der Teilung dieses Landes:
Japan besetzte Korea Anfang des zwangigsten Jahrhunderts und nachdem Japan schließlich 1945 kapitulierte, wurde das Land zwischen den Besatzungsmächten aufgeteilt: Die Besatzungszone im Norden war in der Hand der Sowietunion, während der Süden von den USA besetzt wurde. Eigentlich lautete der Plan, dass man das Land wiedervereinte, doch mit dem Kalten Krieg stand Korea stellvertretend für die Weltmächte.
1950 entlud sich diese Spannung im Korea Krieg in welchem Nord-Korea mit Hilfe von China und Süd-Korea zusammen mit den USA kämpften.Beide Seiten nahmen wechselseitig ganz Korea ein und schließlich verhärteten sich die Fronten dort, wo heute die Grenze liegt. Nach einem dreijährigen brutalen Krieg, in welchem ca. 940.000 Soldaten und 3 Millionen Zivilisten starben, wurde ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag.

 Und heutzutage kann man als Tourist die Grenze besuchen, eine Tour in der demilitarisierten Zone buchen und in einem Konferenzraum sogar auf Nordkoreanischen Territorium stehen. Es wirkt alles bizarr und unwirklich und man fühlt sich mehr in einer Geisterbahn oder einem Vergnügungspark. Man darf nur an bestimmten Orten Fotos machen, nicht während man mit dem Bus von einem Punkt zum anderen fährt, nicht mit einem zu großen Objektiv, mit welchem man Fotos von Nordkorea machen könnte... Die Südkoreanischen Soldaten sehen aus wie Wachsfiguren und starren tagein tagaus hinüber auf die andere Seite nach Nordkorea.
Ich hoffe, dass dieser Irrsinn bald ein Ende hat.

Stärke beweisen
Nein, das ist keine Wachsfigur.


Peace !
Ein Nordkoreanischer Soldat!!!
Zwischen den zwei blauen Häusern ist eine leichte Erhöhung auf dem Boden: Die Grenze zwischen Nord- und Süd-Korea. Blick auf Nord-Korea.


Friedenswünsche 
Ein hochmoderner Bahnhof an der Grenze, von welchem keine Züge fahren. Vor allem nicht nach Pyeongyang.
Tote Zugverbindung nach Nord-Korea.



Ferngläser nach Nord-Korea gerichtet.


Ein Stückchen Heimat im Reisland

Meine Eltern haben mich für eine Woche besucht und ein kleines Care-paket mitgebracht... Endlich ein richtiges Frühstück!! Auch wenn der Käse und das Brot jetzt schon aufgegessen sind...

Sonntag, 23. Oktober 2011

Schlaflos auch ohne Großstadt

Nach 2 Monaten Großstadt haben wir beschlossen mal etwas anderes von Süd-Korea zu sehen und eine koreanische Freundin hat uns einen Trip in eine Stadt empfohlen.
„Eine Stadt“ ist es auch geblieben; selbst als ich Freitag Abend schon im Zug in die „eine Stadt“ saß, hatte ich keine Ahnung wo sie liegt, wie lange wir dort hin fahren und was wir dort machen werden.
Karaokeraum im Zu
Die „eine Stadt“ war Gangneung, ganz im Osten Süd-Koreas am Meer liegend, und die Zugfahrt dauerte von 23:00 bis 4:40 am Morgen.
Weil wir im Zug nicht schlafen konnten, sind wir ins Restaurantabteil und haben dort etwas Unglaubliches entdeckt: Die haben hier Karaoke-räume im Zug!!! :D Der Rest der Zugfahrt war super lustig und so kam ich nur zu einer Stunde Schlaf…







Angekommen sind wir erst in Jeongdongjin, eine Nachbarsstadt von Gangneung, die koreaweit für ihre schönen Sonnenaufgänge bekannt ist. Allerdings hat es geschüttet wie aus Eimern und wir haben erstmal 1,5 Stunden morgens um 5 in einem Cafe gesessen um dann mit Regenschirmen am Strand zu warten und zu hoffen, dass die Sonne aufgeht. Natürlich hat man die Sonne nicht gesehen und es wurde einfach nur heller, aber allein die stürmische See war es wert.

 









 

Danach sind wir dann mit dem Bus nach Gangneung gefahren und da es den ganzen Tag weiter geschüttet hat, sind wir vom Cafe zum Restaurant zur Bar gewandert und haben so unsere Zeit verbracht. Die Stadt ist bekannt für ihr Seafood und wir hatten einen wunderbares Mittagessen mit 4 verschiedenen Fischgängen. Spezialität: raw fish! Nichts für Vegetarier, wenn sich der rohe Shrimp noch ein bisschen bewegt, hat aber super geschmeckt… ;-)




















 Abends sind wir dann mit dem Bus zurück nach Seoul (der nur knapp 3 Stunden braucht, aber nicht nachts fährt, sodass man nicht den „Sonnenaufgang“ sehen kann) und im Bus wurde es dann auch ganz schnell ganz still…





Mittwoch, 19. Oktober 2011

midterm exam


Das koreanische Bildungssystem beruht auf einem: Fleiß.
Die koreanische Schule beginnt morgens um 8 und endet abends um 22 Uhr. Um an die Universität zu kommen, muss ein bestimmter Test abgelegt werden auf den sich die Schüler während ihrer ganzen Schullaufbahn vorbereiten. Wird der Test nicht bestanden, bekommt man eine zweite Chance, wenn man diese auch vergibt hat man kein Anrecht darauf zu studieren. Also nix mit Bildung für alle. Falls der Schüler den Test im ersten Anlauf nicht besteht, wird er für ein Jahr lang auf eine Schule geschickt, in der man nichts anderes macht, als sich auf diesen Test vorzubereiten. Kostenpunkt: ca. 10,000 $ Studiengebühren.
Bildung ist für Koreaner ihr Heiligtum, ihr Stolz. Solche Gebühren werden also von den Eltern hingenommen, beziehungsweise auf sich genommen. Die Studiengebühren hier sind
die zweithöchsten der Welt, nach den USA. Bildung kostet und Bildung ist es wert. Wenn man als Student mit schlechten Noten nach Hause kommt, braucht man erst gar nicht nach Hause zu kommen.

Und nun sitze ich inmitten dieses Bildungssystems. Und habe midterm und final exams, muss fast wöchentlich papers schreiben, Hausaufgaben machen, habe Anwesenheitspflicht und mache Gruppenarbeiten und –präsentationen.
Seit 2 Wochen sind die Studienräume den ganzen Tag voll mit Koreanern (und natürlich auch von ein paar Austauschstudenten), die sich eng zusammengepfercht den Kopf mit Wissen zudröhnen. „Ich schlafe ca. 4 Stunden die Nacht in der Woche bevor den midterms, den Rest lerne ich“, verschlägt mir die Sprache.
Und nach meinen ersten zwei midterm Examen kann ich die Welt nicht mehr verstehen. So einfach, dass man sich wie in die Schulzeit zurückversetzt gefühlt und man fängt an die Welt nicht mehr zu verstehen. Zum Glück studiere ich hier BWL.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Identitätskrise

7 Wochen bin ich nun schon in Seoul und hatte eine Blogkrise, bevor ich überhaupt je angefangen habe etwas zu posten.
Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, weil ich schon so viel erlebt habe, ich weiß nicht an wen ich diesen Blog richten soll und ich weiß nicht, ob ihn überhaupt jemand lesen wird. :-) Und ich weiß nicht, ob Smileys im Blog doof aussehen. ;-)

Also habe ich heute einen Plan geschmiedet:
Ich poste ab heute einfach so als wäre nichts davor in Seoul passiert und fange einfach neu an. Also keine Geschichten aus den ersten 7 Wochen, und da gäbe es jede Menge zu erzählen, sondern ich beginne einfach von heute.
Beziehungsweise mit letztem Samstag: Global Gathering Korea!
Und lasse Fotos Worte sprechen; genießt die verrückten Koreaner.
<3

PS: Vielen lieben Dank an Carla für die Gestaltung dieses Blogs! :-)