Mittwoch, 19. Oktober 2011

midterm exam


Das koreanische Bildungssystem beruht auf einem: Fleiß.
Die koreanische Schule beginnt morgens um 8 und endet abends um 22 Uhr. Um an die Universität zu kommen, muss ein bestimmter Test abgelegt werden auf den sich die Schüler während ihrer ganzen Schullaufbahn vorbereiten. Wird der Test nicht bestanden, bekommt man eine zweite Chance, wenn man diese auch vergibt hat man kein Anrecht darauf zu studieren. Also nix mit Bildung für alle. Falls der Schüler den Test im ersten Anlauf nicht besteht, wird er für ein Jahr lang auf eine Schule geschickt, in der man nichts anderes macht, als sich auf diesen Test vorzubereiten. Kostenpunkt: ca. 10,000 $ Studiengebühren.
Bildung ist für Koreaner ihr Heiligtum, ihr Stolz. Solche Gebühren werden also von den Eltern hingenommen, beziehungsweise auf sich genommen. Die Studiengebühren hier sind
die zweithöchsten der Welt, nach den USA. Bildung kostet und Bildung ist es wert. Wenn man als Student mit schlechten Noten nach Hause kommt, braucht man erst gar nicht nach Hause zu kommen.

Und nun sitze ich inmitten dieses Bildungssystems. Und habe midterm und final exams, muss fast wöchentlich papers schreiben, Hausaufgaben machen, habe Anwesenheitspflicht und mache Gruppenarbeiten und –präsentationen.
Seit 2 Wochen sind die Studienräume den ganzen Tag voll mit Koreanern (und natürlich auch von ein paar Austauschstudenten), die sich eng zusammengepfercht den Kopf mit Wissen zudröhnen. „Ich schlafe ca. 4 Stunden die Nacht in der Woche bevor den midterms, den Rest lerne ich“, verschlägt mir die Sprache.
Und nach meinen ersten zwei midterm Examen kann ich die Welt nicht mehr verstehen. So einfach, dass man sich wie in die Schulzeit zurückversetzt gefühlt und man fängt an die Welt nicht mehr zu verstehen. Zum Glück studiere ich hier BWL.

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